4. Dänisches
Morini Treffen
Die Wettervorhersagen wurden fast jede halbe Stunde in der Woche vor
dem Treffen überprüft. Die Meteorologen hatten ja mit bis zu 10 mm
Regen gedroht. Aber letzten Endes waren alle Sorgen grundlos,
da die Wettergötter uns Morinisti beistanden. Bis auf einige kleine
Schauern hatten wir eigentlich gutes Wetter bei dem Treffen.
Freitag kurz nach Mittag kam als erster Nils mit seiner Dart, und kurz
danach einige seiner "Guzzi-Kumpels" die mal sehen wollten, wie ein
"richtiges" Moped aussieht ;o)
Danach ist Einer nach dem Anderen gekommen und am Abend war eine
beachtliche Sammlung von Morinis am Ort.
Um fünf Uhr kam auch Rasmus mit seiner 500'er im Transporter. Vor dem
Treffen habe ich mit ihm einige Gespräche geführt wegen
seinem Problem mit der Elektrik. Ich hatte fest versprochen
wenn er mit der Morini auftauchen würde, würden wir das Problem an Ort
und Stelle klären. Klingt vielleicht ein bisschen übermutig, aber mit
so vielen Experten wäre die Wahrscheinlichkeit zumindest groß.
Wir haben auch gleich damit angefangen. Nach Rasmus' Aussagen, wie die
Start-Probleme sich entwickelt hatten, war fast kein Zweifel: die
Zündspannungsspule. Eine Messung zeigte, dass sie im Eimer war.
Glücklicherweise hatte ich eine komplette Anlage mit einer guten Spule.
Als wir die montiert hatten war wieder Funken da. Kurz danach
lief der Motor wieder und das sogar sehr schön. Noch etwas mehr Liebe
wurde der Morini zuteil, indem die Vergaser die Nacht in einem
Ultraschallbad verbrachten.
Zeit wurde es für das obligatorische Chili con Carne und das genauso
gewöhnliche gemütliche Gequatsche. Ankunftszeit war aber nicht zu Ende
- in der Dämmerung ist Andreas mit seinem BMW aufgetaucht - diesmal
ohne Hänger! Ich habe zuerst gedacht: "Wie, keine Morinis
dabei?", aber dann habe ich gesehen dass hinten im Kombiwagen zwei
Corsaros eingequetscht waren. Ohne Vorderräder und Lenker, die
Stossdämpfer zusammen gepresst, passten sie haargenau da
hinein. Wo ein Wille... Aber trotzdem bin ich beeindruckt, dass er und
Tobias Lust hatten, den weiten Weg aus Taunus zu fahren, um
an unserem Treffen teilzunehmen.
Am Abend wurde ein besonderes Ereignis gefeiert. Wie letztes Jahr
hatten wir auch dieses Jahr ein Geburtstagskind. Kersten wurde 50!!
Er fragt immer nach Schokokuchen und selbstverständlich sollte er einen
haben und dazu ein Geburtstagslied.
Samstag Morgen sind die Teilnehmer Einer nach dem Anderen aufgewacht
und es sah so aus, als ob sie in der Nacht nicht gefroren hätten. Wir
hatten dieses Jahr noch mehr Decken gekauft, die man sich ins Zelt
mitnehmen konnte. Sie wurden fleissig verwendet - schön zu sehen, dass
die Erfahrungen von den letzten Jahren weitergeführt werden.
Nach dem Frühstück wurde Rasmus' Morini wieder zusammengebaut
und justiert, und allmählich war es Zeit für die Ausfahrt. Da wir
gerade einen kleinen Schauer hatten fragte ich sicherheitshalber, ob es
noch für die Tour Stimmung gäbe. Glücklicherweise war die Stimmung
positiv - wie Andreas sagte: "deshalb sind wir ja hier".
Jetzt sollte man ja glauben, dass man nur den Kickstarter treten (oder
Knopf drücken) und los fahren kann, aber nein, es gibt immer einige
Kleinigkeiten... Ganze drei Morinisti mussten Benzin von unseren
Reservekanister haben - und das trotz meiner Aufforderung in
ital-web, vollgetankt zum Treffen zu kommen, damit alle bereit für die
Tour waren! Jaja, auf mich hört ja keiner ;o) Endlich konnten wir
fahren und los ging es Richtung Helnæs Leuchtturm, wo das Mittagsessen
angesagt war. Wie immer habe ich eine Route gewählt, die so reichhaltig
mit Kurven versorgt war wie es nur geht. Was auch bedeutete, dass wir
mehrmals Leute verloren, weil sie die Routenmarkierungen übersahen. Das
ist ja allmählich Tradition geworden und so haben wir auch
dieses Jahr die ersten nach nur 2 km verloren. Vorne war ich aber in
glücklicher Unwissenheit, weil ich wie immer Tempo halten musste um
Spielraum für ein bisschen"Rennerei" zu geben.
Als die Hauptgruppe das Ziel am Leuchtturm erreichte, wurde Kontakt zum
Geleitwagen aufgenommen –Ja, die Teilnehmer waren auf dem Weg, aber es
hatte ja ein paar Zwischenfälle gegeben. Mehrmals hatten welche sich verfahren, Zwei waren mit einem kleinen
Defekt zurück gefahren und einer blieb mit leerem Tank liegen! und hier
1 km vor dem Ziel war Rasmus' 500er ausgegangen. Naja, ich musste
zurückkehren um zu sehen, ob ich helfen konnte. Mit noch ein bisschen
Liebe wurde die Morini wieder flott und endlich konnten wir zusammen
das Essen genießen.
Die Fahrt zurück war in Küstennähe ausgelegt und jetzt hatten wir ganz
trockene Strassen, was zu einem noch "flotteren" Fahrstil animierte.
Als wir Assens erreichten, wollten wir tanken. Wieder hatte ich den
Geleitwagen angerufen - und wieder war einer mit leerem Tank
stehengeblieben! Das Hauptfeld hatte getankt und der Rest musste mit
dem Wagen folgen. Als wir fast in Hygind waren, hatte ich tatsächlich
nur noch drei hinter mir, die der geplanten Route gefolgt waren. Der
Rest hat eine alternative Route gefunden. Obwohl es etwas schade ist,
dass wir alle nicht den selben Weg gekommen sind, ist es nicht so
schlimm - egal wo man in dieser Gegend fährt, ist was Schönes zu sehen
und interessante Straßen zu fahren. Aber nächstes Mal müssen wir
zusehen, dass es klappen kann ;o)
Wir waren leider nicht
besonders fleissig mit der Video-Kamera, aber diesen kleinen Streifen
haben wir von der Abfahrt gemacht:
Nach der Heimkehr war Zeit für "das grosse offizielle" Gruppenbild.
Alle Morinis wurden schön in Reihen gestellt. Es ist tatsächlich
gelungen, die meisten auf das Foto zu bekommen - hier gab es ja auch
wenige Möglichkeiten verloren zu gehen ;o)
Die schöne Aufstellung hat sich doppelt gelohnt: Kurz danach hat uns
eine lokale Fernsehstation besucht und hat ein kleines Portrait über
das Treffen gemacht.
Vor dem Abendessen hatten wir den Reifenwurf-Wettbewerb. Hört sich
simpel an, einfach zwei Pfähle mit einem Reifen zu treffen. Doch
zeigten die Punktezahlen, dass es etwas schwierig war. Aber trotzdem
wurde ein Gewinner gefunden: Nils. Er erhielt als Prämie den schönen
Nachdruck eines Werbeplakats aus den 70'er.
Nach der großen Grill-Mahlzeit wurden die üblichen Prämien überreicht:
Die weiteste Anfahrt hatte Kersten mit 605 km. Auch er erhielt ein
Plakat.
Und dann gab's zwei prestigevolle Auszeichnungen: Die schönste Morini
Dänemarks und die Favoriten-Morini des Treffens. Erste wurde
(selbstverständlich muß ich fast schreiben) Ejvins unglaublich
gelungene Dart. Er hat mit sicherer Hand die Seele und Geschichte
Morinis perfekt eingefangen in der Lackierung und auch in der
handwerklich besonders schön ausgeführten Renovierung. Verdient! Schön,
ein "Außenseiter" als Gewinner. Denn eine Dart teilt meistens das Lager
in zwei Hälften, aber die Stimmenzahl war eindeutig.
Die Favoriten-Morini wurde auch ein "Außenseiter". Und obwohl es eine
Kampfwahl wurde, mit nur einer Stimme zwischen zwei Kontrahenten, finde
ich dies eigentlich auch verdient. Kersten gewann mit seiner "Ratte"
vor Ejvins Dart. Beide Gewinner erhielten einen Geschenkgutschein für
Dieter Hoffmann und eine einmalige Mütze.
Die Besondere Prämie, die ja als Anerkennung gedacht ist für jemand,
der was besonderes für die Morinigemeinschaft, das Treffen, die Marke
etc. gemacht hat, wurde an die verteilt, die das Treffen treu jedes
Jahr besucht haben. Das waren Stefan und Thomas. Beide erhielten einen
Geschenkgutschein für das Treffen nächstes Jahr ;o)
Der Rest des Abends wurde wie gewöhnlich mit Gequatsche vor dem Feuer
verbracht.
Sonntag ist immer etwas wehmütig, da es ja Abschied nehmen von
unglaublich netten Leute heißt. Das Wetter tat alles um aufzumuntern;
die Sonne schien mit voller Kraft. Es war perfekt für die Heimfahrt.
Der Abschied ist glücklicherweise nicht von Dauer, da es ja über das
Jahr hinweg reichlich Möglichkeiten gibt, sich zu treffen. Und wir
sehen uns selbstverständlich nächstes Jahr wieder bei unserem ersten
JUBILÄUMSTREFFEN! ;o)
Danke noch mal an alle, dass ihr unser Treffen so schön gemacht habt.
Ich freue mich schon auf nächstes Jahr!