Black Beauty
28. November 2009:
Damit das Interesse nicht verloren geht, schreibe ich hier wieder ein wenig.
Ich
will ja nicht zu viel enthüllen, also muss ich versuchen es interessant zu machen
und trotzdem immer noch was für die “große Enthüllung” aufheben ;o)

Die
Morini ist (fast vollständig) zerlegt, damit ich Änderungen machen
kann. Mittlerweile habe ich angefangen neue Teile anzufertigen.
Ich
habe eine Skizze als Vorlage gezeichnet und bin dabei, Gussformen für
die GFK-Teile anzufertigen, um die “Blech-Teile” zu ersetzen, auch die
Verkleidung und den Höcker.
Am anspruchsvollsten vom Design her
ist ohne Zweifel der Tank. Es gibt so viele Details die man beachten
muss, damit er einigermaßen schön wird und zu den anderen Teilen paßt.
Er muss selbstverständlich so viel Volumen wie möglich aufweisen. Der
Tank muss aber an den Knien schmal sein, damit das Front-Areal beim
Fahren so klein wie möglich wird.
Dann kommt der Lufi-Kasten –
Original ist er ja in einer Höhlung im Tank gelagert. Gleichzeitig ist
er recht breit und genau bei den Knien montiert. Deshalb habe ich ihn
einfach weggelassen!
Ich hatte so um die tausend Ideen für eine
Alternative mit in den Tank eingebauten Lufi-Kasten und Stunden
gebraucht, um die Funktionen des Originalen zu durchschauen. Aber alle
Ideen die ich hatte und die gleichzeitig den generellen Ansprüchen
eines Luftfilterkastens genügten, haben zu viel Platz eingenommen.
Deswegen habe ich mich einfach für offene K&N-Filter entschlossen!!!
Ich
habe oft gegen diese Filtern gesprochen, aber ich hoffe dass ich eine
gute Lösung gefunden habe, um das größte Problem mit ihnen zu
vermeiden. Denn besonders der vordere Filter ist nachteiligen
Turbulenzen ausgesetzt. Ich habe mehrere Lösungen gesehen diesem
Problem zu entgehen. Es gibt schließlich doch Morini-Fahrer, die guten
Erfolg mit den offenen Filtern haben. - Meine Lösung ist einfach: sie
werden in eine Höhlung im Tank gelagert. Dort hoffe ich, dass die Luft
sich ruhig “benimmt” damit der Motor frei atmen kann, und dass es
reichlich davon gibt.
Aber damit gibt es für den Tank zwangsläufig noch eine Volumenbegrenzung.

Auch
der Lenkanschlag der Morini muß beachtet werden, damit der Wenderadius
nicht wahnsinnig groß wird. Das reduziert auch das Tank-Volumen. Das
hat auch Einfluss auf die Größe der Seitenöffnungen in der Verkleidung,
da die Morini eine Lenkkopfneigung hat, die fast eines Choppers würdig
wäre. Dadurch werden sie zwangsläufig recht groß - was sie auch bei
meiner ersten Morini waren:

Also,
alles in allem ist das Design ein Kompromiss von vielen Umständen. Aber
das hat jeder Designer wahrscheinlich aus bitterer Erfahrung gelernt ;o)
Ich
habe mehrmals während der Tank-Gestaltung gewünscht, ich hätte es so
wie Pininfarina, als das Design von Lancia's Gamma zur Welt kam.
Es
wird erzählt, dass völlig freie Hände für die Gestaltung gegeben wurde.
Dabei kam ein Design heraus, das einen sehr niedrigen Motorraum zeigte.
Demzufolge wurde ein Boxer-Motor gewählt, weil es der einzige Typ Motor
war, der noch Platz hatte! Also, Design vor “banalen” technischen
Details.
Nun, so freie Hände habe ich nicht und ich muss also versuchen schöne Linien zu finden, trotz aller Hindernisse.
In der Praxis ist meine Vorgehensweise anders als bei
meinen letzten GFK-Arbeiten. Ich verwende einfach PU-Schaum der mit GFK belegt wird.
Diese
Lösung macht es einfach und schnell mehrere Ideen auszuprobieren. Der
Schaum kann nach der Aushärtung wie Styropor einfach mit simplen
Schneide-Werkzeugen: Messer, Raspel, Sandpapier etc. geformt werden.
Sollte ich zu viel abbauen, ist es einfach, neuen Schaum aufzutragen.
GFK habe ich auch bestellt.
Nächste Woche geht es also los mit der Arbeit. Ich freue mich darauf und es graut mir gleichzeitig davor.
Einerseits
ist es eine Schweinerei; das Faser-Gewebe juckt, man muß mit Maske,
Handschuhen usw. arbeiten. Dazu muss ich in die “kalte Werkstatt”,
damit ich das ganze Haus nicht mit dem Gestank fülle!
Anderseits ist
es so richtig spannend zu sehen, wie die Sachen Form annehmen und
besonders das Endresultat zu sehen. Es ist fast wie Magie.
Das war's für heute...